Kleine Chronik von Gera

 Es war einmal ......
...ein Fleckchen Land im Tal der weißen Elster.
Ein gewisser Homo erectus war hier im Eiszeitalter schon unterwegs, um zu jagen und zu sammeln.

Vor nur 60.000 Jahren kam dann auch der Homo sapiens ins Elstertal. Man wohnte unter anderem in der Lindenthaler Hyänenhöhle
(heute an dieser Stelle: die Pfortener Straße).

Etwas später, 995, taucht der Name 'Gera' zum ersten mal in einer Urkunde auf. Im April 999 schenkte dann ein gewisser Kaiser Otto III seiner Schwester Adelheid, Äbtissin in Quedlinburg, einen Gera genannten Landstrich. Es entsteht der Quedlinburgische Klosterhof.

Aus der kleinen Ansiedlung entsteht nach und nach eine Stadt. Die Tuchmacherzunft entwickelt sich zum bedeutensten Handwerk der Stadt. 

Seit dem 16. Jahrhundert werden die, für die Bierlagerung genutzten, Höhler angelegt. Bis zu 8 Kilometer Gänge entstehen.

1639 wird Gera, in Folge des 30jährigen Krieges, von den Schweden in Brand gesteckt. Ein großer Teil der Stadt wird zerstört. Nur 47 Jahre später schafft das ein Bäckerlehrling ganz alleine. Wiederum brennt eine Unzahl Häuser ab. Und weil aller schlechten Dinge dreie sind, steckt 1780 erneut irgendjemand die Stadt  mutwillig in Brand.

1795 - Die erste Zeitung der Stadt wird herausgegeben.

Herbst 1806 - Die Franzosen kommen. Napoleon lässt sich höchstpersönlich in der Stadt blicken.

Ab 1811 steigert die Spinnmaschine die Produktion der Tuchmacher. Nur wenig später wird deren Arbeit auch noch von Dampfmaschine und mechanischen Webstühlen erleichtert.

1859 bekam Gera den Anschluss ans große Eisenbahnnetz, den man heute wohl schrittweise wieder zurückzunehmen scheint. Ein erstes Telefon gibt es ab 1885 in Gera. Es sollte dann noch 105 Jahre dauern, bis jeder Bürger eins haben konnte.

Gera bekommt 1892 seine Bimmel (Straßenbahn) als zweite Stadt nach Halle.

Es ist 1918, der letzte reußische Fürst, Heinrich XXVII sagt Danke und geht.

78 Jahre nach der Bahnanbindung, bekommt Gera auch einen Autobahnanschluß.

Der zweite Weltkrieg macht auch vor Gera nicht halt. Schwere Luftangriffe zerstören Großteile der Stadt und das Schloß Osterstein. Die noch bestehenden Fassaden vom Schloß wurden nach Kriegsende gesprengt.
Zum Kriegsende marschieren die US-Soldaten ein, die Verwaltung übernimmt wenig später aber die Sowjetarmee.
1952 wurde Thüringen vorrübergehend (was man damals allerdings noch nicht ahnte) aufgelöst und Gera zur Bezirkshauptstadt gemacht.

1972 - Das Neubaugebiet Lusan beginnt zu entstehen

1989 - Auch in Gera geht man auf die Straße. Die Johanniskirche ist jeden Montag brechend voll.

 

Diese kleine geschichtliche Abhandlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer mehr über Gera und seine interessante Geschichte erfahren möchte, dem empfehle ich einen Besuch in unserem Stadtmuseum. Eine umfangreiche Sammlung geschichtlicher Daten finden Sie zum Beispiel unter www.gerachronik.de